Wendern liegt 650 m über Null und in der geographischen Mitte der Gemeinde Bärnau. Durch seine relativ hohe Lage ergeben sich schöne Blicke in die ganze Umgebung und insbesondere ins Bärnauer Tal.
Teil der Geschichte
Wendern blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück die bis zum 14. Jahrhundert reicht. Besonders das Wenderer Schlossgut beherbergte so manche wichtige Persönlichkeit. So war unter anderem Magnus Bartels, der Stifter der bekannten Kapelle „Alter Herrgott“ im Wald bei Altmugl der Neffe des Obristen „Johann Bartels von Wendern“. Dieser hatte 1649 vom Kurfürst Maximilian I. von Bayern für seine Verdienste im 30jährigen Krieg das Wenderer Lehen erhalten. Magnus Bartels war Offizier (Kornett) im Bartel’schen Reiterregiment. Er wohnte anfangs in Wendern und zuletzt bis zu seinem Tod 1678 in Neualbenreuth. Eine etwas verkleinerte Kopie des „Alten Herrgott“ steht im Pfarrwald in der Nähe von Wendern.
Dorfhäuschen am Dorfanger– Zentrum der Ortschaft
Im Mittelpunkt des Dorfgeschehens steht das Dorfhäuschen auf dem Anger. Dieses Holzhaus wurde ohne jeglichen Zuschuss und ohne weitere Unterstützung ganz alleine von den Wenderer Einwohnern erworben, in Weiden abgebaut, in Wendern wieder aufgebaut, erweitert und innen ausgebaut.
Alle Generationen (von 14 bis 75 Jahren) – die ganze Ortschaft - haben in monatelanger Kleinarbeit dieses Gemeinschaftshaus hergerichtet, das jetzt als Treffpunkt des Ortes dient.
Dorfangerfest
Seit 1987 findet auf dem Dorfplatz das alljährliche Dorfangerfest statt – nächstes Jahr bereits zum 25. mal. Es ist der Treffpunkt für alle Wenderer, den Nachbarortschaften, Bekannten und insbesondere das alljährliche Wiedersehen mit den „Weggezogenen“, die z. T. von sehr weit anreisen.
Das Fest beginnt immer mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel am 1. Sonntag im Juli, abwechselnd am Naturdenkmal mit dem historischen Dorfkreuz oder der über 100 Jahre alten Dorfkapelle.
Die Gäste feiern bei Sonnenschein unter den Birken oder geschützt im Festzelt. Am Sonntagnachmittag sorgen die Frauen für Kaffee und Kuchen. Für Kinder gibt es immer spezielle Aktionen. Am Montagabend wird der Maibaum verlost.
Maibaum
Alljährlich wird auf dem Dorfplatz der Maibaum aufgestellt. Der erste in einer Chronik erwähnte Maibaum der Oberpfalz stand bereits 1849 auf dem Dorfplatz in Wendern. Er wurde damals aus Anlass der Bauernbefreiung aufgestellt, weit vor der Tradition der gewöhnlichen Maibäume.
Zum 150jährigen Jubiläum im Jahre 1999 gab es deshalb auf dem Dorfplatz ein historisches Maibaumfest, dass auch im Radio und Fernsehen übertragen wurde.
Der historische Maibaum wurde mit der damaligen Tafelinschrift und alten Bauernwerkzeugen geschmückt.
Alte Silbermine
Die reichhaltige geologische Landschaft wird auch durch die alte Silbermine von Wendern unterstrichen. Von 1790 bis 1883 wurde mehrmals nach wertvollen Erzen gegraben – allerdings erfolglos. Die Mine wurde 2001 nach einem 120jährigen Dornröschenschlaf wieder entdeckt, freigelegt und der Eingang befestigt. Heute dient die alte Silbermine Fledermäusen und Amphibien als Winterquartier und ist für interessierte Besucher zugänglich.
Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
Für die erfolgreiche Teilnahme beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahre 1996 wurde der Ortschaft eine Linde geschenkt und am Dorfanger gepflanzt. Zwei weitere Male wurde der Ortschaft eine Anerkennung ausgesprochen. Der Dorfanger wurde 2005 als einer der beiden schönsten Dorfplätze im Landkreis Tirschenreuth ausgezeichnet. Er ist das grüne und kulturelle Zentrum des Dorfes.
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