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Leben in Bärnau

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Frühling 2009
Frühling 2009
Luftbild Hohenthan
Luftbild Hohenthan
Luftbild Hohenthan
Luftbild Hohenthan
Aufnahme Mitte der 50er Jahre
Aufnahme Mitte der 50er Jahre
Ansichtskarte von 1918
Ansichtskarte von 1918

Hohenthan

Der namengebende Hauptort der ehemaligen Gemeinde mit einem Gebietsstand von 3062 ha und 650 Einwohnern im Jahr 1970 kam als egerländisches Reichsdorf 1296 durch Verpfändung und 1313 durch Kauf gemeinsam mit Bärnau und Griesbach an das Zisterzienserkloster Waldsassen. Dem stiftischen Richteramt Liebenstein eingegliedert, erstreckte sich die Gegend über dem waldreichen südöstlichen Zipfel des Stiftlandes bis zum Entenbühl (901 m), der sich einer intensiven Erschließung durch Jahrhunderte entzog und dann auch weiterhin noch waldreich blieb: im Urkataster von 1841/42 sind von 9030 Tagwerk des Areals der Steuergemeinde Hohenthan allein 5274 Tagwerk als Wald und nur 1783 Tagwerk als Äcker und 1232 als Wiesen ausgewiesen.

Die in Hohenthan erbaute Pfarrkirche St. Bartholomäus war seit 1313 dem Kloster Waldsassen inkorporiert und ihr Sprengel erstreckte sich mit Einschluss des im kurpfälzischen Pflegeamt Bärnau gelegenen Landsassengut Thanhausen im wesentlichen auf die gleichen Ortschaften wie in der dermaligen Gemeinde Hohenthan. Im südlichsten Teil war vom pfalz-sulzbachischen Amt Floß aus 1614 ein Glashüttenbetrieb gegründet worden, der sich im 18. Jahrhundert zu einer Siedlung erweiterte. Zur Unterscheidung mit einem zweiten Betrieb am Westhang des Entenbühls, der 1723 entstand, bürgerte sich für den älteren der Name Altglashütte und für den jüngeren die Ortsbezeichnung Silberglashütte oder Silberhütte ein. Frankengut und die Kriegermühle mit seinerzeit zwei Mahlgängen sind seit der zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg als Zugehörung zum stiftischen Richteramt Liebenstein überliefert, während Ödschönlind als ein Dorf als ein Ort mit neun Höfen und zwei Herbergsgütern und mit der Ostsbenennung Schönlind bereits im ältesten waldsassischen Salbuch aus dem Ende des 14. Jahrhunderts verzeichnet ist. Das Dorf ging im 15. Jahrhundert ein und wurde seit beginn des 18. Jahrhundert wieder aufgebaut und heißt seitdem Ödschönlind. Auch der Zeimatshof bestand schon im 14. Jahrhundert und wurde 1337 von Gottfried Gleißentaler als Seelgerät zum Kloster Waldsassen gestiftet.

Das Naabgütl samt dem Dorf Naab erwarb die Stadt Bärnau 1480 durch Kauf von Georg Thanhauser und galt fortan als ein dem Pflegeamt Bärnau einverleibtes Landsassengut und als Burggut im Besitz des Magistrats der Stadt Bärnau. Durch Vereinigung der 1808 gebildeten zwei Gemeinde- und Steuerdistrikte Hohenthan und Naab entstand die Rural- und Landgemeinde Hohenthan, die damals 87 Wohngebäude mit 125 Familien und 581 Einwohnern erfasste und mit den späteren hinzugekommenen neuen Einöden Hasenbühl und Ziegelhütte umfangmäßig der dermaligen Gemeinde Hohenthan entspricht.

Von alters her war Hohenthan der Sitz eines Gerichts. 1326 vermittelte der Richter von Hohenthan noch in einem Streit mit dem Kloster Waldsassen. Im alten Salbuch von 1400 ist das Leben des alten Richters, das nun die Richterin besitzt, erwähnt. Als der Ort in den Besitz des Klosters Waldsassen gekommen war, blieb diese Verwaltungsstruktur zumindest vorerst erhalten. In einem alten, undatierten Salbuch, das etwa aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt, ist dieses Gericht noch beschrieben.

Neben Hohenthan gehörten Weißenbrunn, Neuenreuth, Schönlind, Glatz, Waldhausen, Nötz und der Meierhof dazu. Viele dieser Orte existieren heute nicht mehr. Waldhausen und Schönlind lagen ebenfalls jahrhundertelang öde und wurden erst um 1700 bzw. um 1800 wiederbesiedelt. Spätestens um 1400 hat nach allgemeiner Auffassung das Gericht Hohenthan seine Eigenständigkeit verloren und wurde in das Gericht Liebenstein eingegliedert. Genannt werden (aus dem Bereich Hohenthan) Hohenthan, Zeimatshof, Urteil; Waldhausen, Schönfeld, Weißenbrunn, Neuenreuth und Schönlind. Im Prozess gegen den Linhart Beer 1521 wird zwar noch der Richter von Hohenthan erwähnt, der aber wahrscheinlich nur noch die Funktion eines Dorfführers hatte.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage von Hohenthan unter www.hohenthan.de oder hier!

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