verfasst von Hans Reger
Geschichtliches von Adalbert Busl
Es handelt sich um ein Waldhufendorf mit ursprünglich 12 ganzen Höfen und einem Viertel-hof, der erst später hinzukam.
Der Ortsname Ellenfeld lässt wegen seiner Endung auf eine ältere Siedlungsgeschichte schließen, aufgrund der Flurform ist das Dorf jedoch der Ausbauzeit des 11./12. Jahrhunderts zuzuordnen. Unter diesem Aspekt bringt eine Zeitungsmeldung, die 1995 von einem angeblichen Urkundenfund im Staatsarchiv Amberg berichtete, keine grundlegend neuen Erkenntnisse, weil dahingestellt bleibt, ob das in der Luciusurkunde für das Kloster Weißenohe genannte Helenuelt identisch mit unserem Ellenfeld ist. Es sind sonst keine Beziehungen zum Kloster Weißenohe nachweisbar. Der Ort bestand mit Sicherheit schon zum Ende des 12. Jhs.
Wie Ellenfeld zum Kloster Waldsassen gekommen ist, ist im Einzelnen nicht belegt. Doch kann man annehmen, dass das Dorf schon immer zu Bärnau gehörte und zusammen mit Bärnau dem Kloster 1296 versetzt und 1313 endgültig übereignet wurde.
Der Übergang Ellenfelds (zusammen mit Bärnau, Breitenbrunn und den Wüstungen Gerbersreuth und Steinbach) vom Kloster Waldsassen an Karl IV. wird 1358 beurkundet, war aber zu diesem Zeitpunkt schon vollzogen. Ellenfeld und Wendern sind schon von alters her, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Ursachen, in die Geschichte der Stadt Bärnau eingebunden. Ellenfeld war das einzige Bauerndorf im Pflegamt Bärnau. Die anderen Dörfer rundherum gehörten zu den Hofmarken Wendern, Hermannsreuth und Thanhausen. Naab war von der Thanhauser Herrschaft der Stadt Bärnau übereignet worden. Deshalb betrachtete die Stadt Bärnau das Dorf Naab als ihr Eigentum.
Als Besitz Kaiser Karls IV. steht das Dorf auch im Böhmischen Salbüchlein von 1366/68: Das Dorf Elhenuelt giltet 5 Pfund, 20 Schäffel Korn, 20 Schäffel Hafer, und hat 11 Höfe. Der ¼- Hof bestand damals noch nicht. Wo aber war der 12. Hof? Vielleicht lag er öd.
In diesem Salbüchlein wird auch eine Wüstung bei Ellenfeld genannt.
Im Sigmundsprivileg von 1434 wird Ellenfeld als dem Kloster Waldsassen zehentbares Dorf aufgezählt. Eine Rechnung aus dem Jahr 1502 nennt das erste Mal geschlossen die Namen der Ellenfelder Bauern: Taischer, Pfeyffer, Weys, Richter, Peer, Pawlhanns, Grembs, Pawl Erl, Caspar Pawer, Hannewessel, Etzner, Schwegerl, und Jakob Scheffler als der Besitzer des Viertelhofs. Diese Besitzstruktur in Ellenfeld blieb Jahrhunderte lang erhalten. Die Unterscheidung in ganze Höfe und einen Viertelhof sagt zwar auch etwas über die Größe aus, ist aber eigentlich eine Grundlage zur Bemessung der Abgaben. Es war den Bauern auch nicht freigestellt, Grundstücke ihres Hofes einfach zu veräußern. Dazu war die Erlaubnis des Pflegamts Bärnau Voraussetzung. Diese Erlaubnis wurde aber nur sehr selten erteilt. Der Fall war dies auch, als 1791 von den Erben des Bärnauer Pfarrers Weining der Pfarrbauernhof (heute Hs.-Nr. 4 und Hs.-Nr. 5) zerteilt und an zwei verschiedene Besitzer verkauft wurde. Diesen Hof hatte 1723 Pfarrer Balthasar Guldenkopf vom hochverschuldeten Christoph Wolfrum gekauft, 1750 ging er in den Besitz seines Nachfolgers Weining über. 1830 und 1836 wurden in Ellenfeld Gemeindegründe verteilt.
Im Urkataster von Kataster 1840 stellt sich die Situation so dar:
| HS.-Nr. | Hausname laut Urkataster 1840 | Hofgröße |
|---|---|---|
| 1 | Nicklhof | Ganzer Hof |
| 2 | Bohgroßhof | Ganzer Hof |
| 3 | Ottenhof | Viertelhof |
| 4 | Halber Pfarrbauernhof | Halbhof |
| 5 | Halber Pfarrbauernhof | Halbhof |
| 6 | Mattlhof | Ganzer Hof |
| 7 | Haasenhof | Ganzer Hof |
| 8 | Schirmerhof | Ganzer Hof |
| 9 | Schafferhof | Ganzer Hof |
| 10 | Sauserhof | Ganzer Hof |
| 11 | Bohkleinhof | Ganzer Hof |
| 12 | Schweimerhof | Ganzer Hof |
| 13 | Beerhof | Ganzer Hof |
| 14 | Leißenhof | Ganzer Hof |
| 15 | Hirtenhaus | Ganzer Hof |
Dorfanlage von Ellenfeld (Stand 1840): Gut zu erkennen ist das radial angelegte Waldhufendorf mit 12 besetzten ganzen Höfen. Eine Hofflur ist auf die übrigen Höfe verteilt. Die Höfe 4 und 5 waren ursprünglich ein Hof und wurden erst gegen Ende des 18. Jhs. zerteilt. Hausnummer 3, der einzige Viertelhof in Ellenfeld, wurde erst in der frühen Neuzeit gebildet und fand auf dem Dorfanger seinen Platz. Dort stehen auch das Hirthaus (15) und die kurz vor 1840 gebaute Schule.
Auch in der Zeit vor der Formation der Landgemeinden sind Strukturen erkennbar, die auf beschränkte Ansätze zur Selbstverwaltung hindeuten: 1796 wurden von den Dorfführern im Pflegamt Bärnau Viertelmeister gewählt. Dies waren - so wie es eigens vermerkt ist - des Schreibens kundige Leute. Die Wahl fiel auf Josef Fischer von Ellenfeld und Michael Haberkorn aus Na
1808 wurde die Gemeinde Ellenfeld gebildet mit folgendem Umfang (Zahlen 1825):
| Ellenfeld | 105 | Einwohner |
| Ahornberg (inkl. Beierfeld) | 97 | Einwohner |
| Hermannsreuth (inkl. Holzmühl) | 205 | Einwohner |
| Obere und untere Kellermühl | 14 | Einwohner |
| Wendermühle | 4 | Einwohner |
| Wendern | 156 | Einwohnder |
| Gesamt | 581 | Einwohner |
Der Plan, in Ellenfeld eine Schule zu bauen, geht schon auf das Jahr 1806 zurück. Es sollte hier eine Filialschule zu Bärnau errichtet werden für Ellenfeld, Wendern und Marchaney. Die Hermannsreuther sollten in die Sommerschule hierher gehen. Dazu erklärten die auswärtigen Ortschaften, sie wollten ihre Winterschule behalten und die Kinder im Sommer nach Bärnau bzw. Schwarzenbach schicken. Der Schulhausneubau unterblieb, die Ellenfelder Kinder wurden weiterhin im Hirthaus unterrichtet.
Ab 1835 gab es wiederum Verhandlungen wegen des Schulhausneubaus. Wendern und Hermannsreuth wollten jeweils die Schule in ihrem Ort errichtet sehen, doch vergeblich. Nur in Hermannsreuth wurde wegen der Wegverhältnisse eine eigene Winterschule erlaubt. 1837 war der Schulhausneubau schon im Gange.
1844 war Erhard Spitzl Lehrer in Ellenfeld.
Die Geschichte Ellenfelds ist mit der Stadt Bärnau eng verbunden; sie ist über Jahrhunderte mit Bärnau und dem „Bärnauer Ländchen“ identisch. Das Dorf Ellenfeld, bis zum Jahre 1972 Hauptort der gleichnamigen Gemeinde, ist seitdem ein Ortsteil der Stadt Bärnau. Die Lage im Raum weist Höhen von 600 m – 700 m auf, die nach Norden und Osten ansteigen (Schafferberg 745 m).
Ellenfeld ist ein sehr schönes Runddorf. Die Hausnummerierung beginnt bei Familie Josef und Ingrid Mark „Nicklhof“ (Wirtshaus und Bauernhof) mit Nr. 1, Familie Meindl „Bomichl“ Nr. 2, Familie Reger „Schouster“ Nr. 3, Frau Wiesend „Ottn“ Nr. 4, Familie Bartel „unterer Sauser“ Nr. 5, Familie Schwägerl „Mattl“ Nr. 6, Familie Haas „Hoosn“ Nr. 7, Familie Zant „Schirmer“ Nr. 8, Familie Wild „Schaffer“ Nr. 9, Familie Schmidkonz „oberer Sauser“ Nr. 10, Familie Josef Lindner Nr. 11a, Familie Hubert Lindner „Bodik“ Nr. 11, Familie Josef Lindner „Schwoimer“ Nr. 12, Familie Schweimer „Bärn“ Nr. 13, Familie Richtmann „Leissn“ Nr. 14. Das „Hirthaus“ Nr. 15 wurde 1959 abgebrochen. An dieser Stelle und mit der gleichen Nummer steht jetzt das 1967 erbaute Raiffeisenlagerhaus. Der Dorf-Backofen Nr. 16 verschwand schon weit vorher und so wurde die Nr. 16 an die Ortskapelle vergeben, die 1876 erbaut wurde. Die schöne Ortskapelle ist auch Mittelpunkt des Dorfes aus dem 19. Jahrhundert mit Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das ehemalige alte Schulhaus(1839) Nr. 17 wurde von Hans Herzog gekauft und zum Wirtshaus (Hans-Pap) umgebaut. Die Nr. 18 war die gemeindliche Garage (Lehrergarage). Seit 1985 steht hier das neue Feuerwehrgerätehaus. Die Hofstelle „Hansima“mit Hs.Nr. 19 wurde von Johann Anton Haas im Jahre 1868 an dem Gemeindeverbindungsweg Ellenfeld-Bärnau neu erbaut. Grund und Boden dazu wurden von Hs. Nr. 3 hierher „transferiert“. Die Nr. 20 erhielt das von Josef Schweimer erbaute sogenannte „Grenzaufseherhaus“. Über Hs.-Nr. 21 ist nichts bekannt. Das neue Schulhaus wurde 1954 erbaut und bekam die vorläufig letzte Hs.-Nr. 22.
Das neue Schulhaus konnte leider nur 16 Jahre genutzt werden, da mit der Gebietsreform 1972 in Bärnau eine Zentralschule gebaut wurde und die Ellenfelder und Wenderner Kinder mit Bus nach Bärnau gefahren werden mussten.
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